
Wie ein Flash-Sheet an der Studiowand: Jedes Motiv steht für sich, zusammen erzählen sie einen Abend. Köche, Tätowierer und Künstler teilen sich Raum, Publikum und die Überzeugung, dass Handwerk Kunst ist — bei Eine Liebe & Restaurant 1831 in Bochum-Ehrenfeld.
Viele, die hier tätowieren, stellen auch aus — und umgekehrt. Bildende Künstler bespielen das 1831, Tätowierer zeigen Flash und freie Arbeiten. An diesem Wochenende verschwimmt die Grenze zwischen Leinwand und Haut ganz bewusst.

Salle ist Künstler, Tätowierer und Gründer von Eine Liebe — seit 2001. Herz und Hand aus Bochum: klassische Motive, klare Linien und freie Kunst, die zwischen Nadel und Leinwand entsteht.





Astrid Wilk hinterfragt etablierte Hierarchien — zwischen Kunst und Handwerk, physischem Objekt und digitalem Bild, „weiblich“ konnotierten Motiven und ihrer kulturellen Bewertung. Ihre täuschend echten Pflanzen- und Ornamentformen aus Polymer Clay wirken vertraut und zugleich irritierend: Sie thematisieren subtil Körper, Konsum und kulturelle Codes.
Sie studierte Freie Kunst an der Kunstakademie Münster (Meisterschülerin bei Prof. Maik und Dirk Löbbert) und zuvor Malerei bei Prof. Jan Kolata an der TU Dortmund. Von 2010–2021 realisierte sie zahlreiche performative Projekte mit dem [salon] Atelier Dortmund; ihre Arbeiten zeigt sie national und international.
Ein Automat, gefüllt mit Sammelwurst. Für 2 € beginnt die Suche nach Wurst, Schinken, Gürkchen und dem Porträt der Künstlerin — handgemachte Pins und temporäre Tattoos in limitierten Stückzahlen. Der Automat übernimmt die Auswahl. Limitierte Originale, manche selten, andere seltener.



Andre tätowiert seit 2011 und liegt nah am klassischen Tattoo — mit Motiven, die man auf Anhieb lesen kann. Saubere Linien und klare Formen sorgen für Arbeiten, die lange halten. Sein Stil bewegt sich zwischen Traditional und Neo Traditional — immer mit Blick auf ein schönes Ergebnis. Wanna-Dos und Flash-Motive sind bei Andre genauso willkommen wie größere Einzelmotive; im Mittelpunkt steht das Motiv, das zur Person passt und sauber in die Haut kommt.
Andre arbeitet bei Eine Liebe an der Hernerstr. 42 in Bochum — in einem Laden für schöne Kunst, gutes Handwerk und kurze Wege. Keine Showroom-Atmosphäre, kein Hype: Tattoos, die bleiben, von Menschen für Menschen.


Jill tätowiert im Studio Eine Liebe in Bochum — dem Team hinter „Kunst in der Küche“. Seit über zehn Jahren macht sie am liebsten Traditionals: viel Farbe, Power, kräftige Linien und Aussagekraft. Beim Tätowieren geht es ihr darum, die Magie zu fühlen, auf die Menschen einzugehen und sich immer weiterzuentwickeln — hier sein für eine gute Zeit und etwas Cooles produzieren.

Sándor Jordan, 47, geboren in Rostock. Eigentlich gelernter Zahntechniker — bis er 2001 die Nadel für sich entdeckte. Seitdem ist er ihr treu geblieben.
Sein Herz gehört der japanischen Tradition: Irezumi, mit Respekt vor Geschichte, Symbolik und Handwerk. Trotzdem gilt für ihn: Was gut gemacht ist, ist gut gemacht — egal in welchem Stil. Dazu kommt eine große Liebe zu Street Art und abstrakter Kunst, die sich immer wieder in seinen Designs zeigt — und in großflächigen kalligraphischen Malereien wie seinen Ryū-Scrolls.






Döner tätowiert seit 2008. In seinen Tattoos und Flash-Designs geht es vor allem um Dynamik und Freiheit — es soll Spaß machen, die Sachen anzuschauen. Seit über zehn Jahren schaut er dafür vor allem bei Hardy, Roberts und Malone.
Sein Ziel: Arbeiten, die tough aussehen, 100 % Tattoo sind — und halten. Wenn dann noch ein toller Vibe im Shop ist und alle sich gegenseitig pushen, ist er glücklich.

Hi, ich bin Melissa. Ich tätowiere seit zehn Jahren, davon die letzten sieben bei Eine Liebe Tattoo. Die Natur und alle Tiere und Pflanzen liegen mir sehr am Herzen, was sich auch in meiner Arbeit widerspiegelt.
Ich empfinde es als großes Geschenk, dass mir meine Kundinnen so viel Freiheit bei der Umsetzung ihrer Ideen überlassen.


Köche besonderer Gastronomien verlassen ihre Küchen. Ohne Speisekarte, ohne Routine — dafür mit allem, was ihr Handwerk ausmacht.
Für Getränke ist gesorgt. Den Champagner von Nicolas Feuillatte schenkt das Restaurant 1831 aus. Wasser und andere alkoholfreie Getränke, aber auch Bier und mehr gibt es bei Fräulein Coffea. Eine eigene Getränkekarte gibt es dafür nicht, fragt einfach am Stand.

Daniel Takeshi macht Sushi der besonderen Art in Bochum. Beim Event gibt es sein Tarutaru Yukke Tatar & das Gelbe vom Ei sowie Konzept-Rollen zum Vorbestellen, auch vegetarisch und vegan, dazu seine offene Nigiri- und Tezushi-Bar à la carte.





Das Restaurant 1831 in Essen-Kettwig — geführt von Inhaber Dominik Schab — ist Gastgeber und Mitorganisator von „Kunst in der Küche“ und steht am Wochenende natürlich selbst am Herd. Aus der Küche kommen ein paar besondere Teller, die zeigen, wofür das 1831 steht: klare Produkte, feine Kombinationen und viel Liebe zum Detail.
Spezialitätenkaffee, Kuchen und Torten aus Bochum-Ehrenfeld — zwischen Kultur, Kreativität und bestem Kaffee. Beim Event sorgt Fräulein Coffea für den guten Espresso und die süße Begleitung zwischen den Gängen.



Zwischen Kunst, Nadel und Küche spielt Musik, live vor Ort. An beiden Tagen, mit zwei sehr verschiedenen Handschriften.

Indiana George legt auf, was sich nicht wegdiskutieren lässt: Platten aus den Fünfzigern, Sechzigern, Siebzigern und Achtzigern, ausgesucht mit dem Ohr für den Moment. Lifestyle, Records und Fashion sind bei ihm keine drei Dinge, sondern eins. Der Bochumer bringt Vinyl mit statt Playlist, und dazu einen Satz, der über dem ganzen Wochenende stehen könnte: A bit of Love is all we need.


Sonntag · liveDas Singer-Songwriter-Duo Strate & Buhr sind zwei traurige Typen, die traurige Musik machen. Doch nicht mit dem Ziel, das Publikum in absolute Melancholie zu stürzen — im Gegenteil: Die zwei Hagener überzeugen mit warmen Stimmen, gefühlvollen Songs und einer wohltuenden Leichtigkeit, die verhindert, dass der Abend vollständig im Weltschmerz versinkt.


Ich bin Micha, alias Mischalala — begeistert vom Radfahren, dem Ruhrpott und Bildern auf Haut. Seit März dieses Jahres erzähle ich auf Instagram von meinen Leidenschaften und teile sie mit einer stetig wachsenden Follower*innen-Gemeinschaft.
Das Team von Eine Liebe und ich haben eine Tätowierung entworfen, die du dir stechen lassen kannst — ein Teil des Erlöses kommt der Organisation „Neue Wege“ zugute, die im Kinderschutz arbeitet. Ihre Kernaufgabe ist die ärztliche und psychosoziale Beratungsstelle des Caritasverbandes Ruhr-Mitte gegen Misshandlung, Vernachlässigung und sexualisierte Gewalt an Kindern und Heranwachsenden.
Ich selbst arbeite seit 25 Jahren theaterpädagogisch im Bereich Prävention sexualisierter Gewalt mit Kindern und Jugendlichen. Am Sonntag sind das Team von „Neue Wege“ und ich vor Ort, um über unsere Arbeit zu informieren — und entspannt den ein oder anderen Espresso zu schlürfen.

60 % fließen direkt an „Neue Wege“. Oder komm einfach vorbei, spende so viel du magst und genieße den Sonntag bei Kunst in der Küche.




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